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Anpassungslehrgang oder Kenntnisprüfung?

23. Januar 2026, Tina Hartmann

Symbolische Gegenüberstellung von Anpassungslehrgang und Kenntnisprüfung für internationale MTR, dargestellt als Entscheidungssituation zwischen zwei Anerkennungswegen. Grafik erstellt mit KI.

Wer die Wahl hat, hat die Qual...

... denn laut MTBG können Antragsstellende frei zwischen den beiden Verfahren wählen.

Das Thema ist hochkomplex, kontrovers diskutiert und, so zumindest die persönliche Beobachtung, geprägt von fehlenden Informationen, Unsicherheiten und geschäftlichen Interessen. Dieser Artikel versucht Informationslücken zu schließen und damit Entscheidungen überhaupt erst zu ermöglichen. Das geht nicht in wenigen Worten, daher ein etwas längerer Artikel an dieser Stelle.

Der häufig erste Impuls: Kenntnisprüfungen gehen schneller, das kennt man aus der Pflege, da gibt es viele Anbieter, die sind anerkannt, weniger Belastung für die Praxis, da kürzere Praktika.

Schauen wir uns das einmal getrennt voneinander an, jeweils für Antragsstellende aus Nicht-EU-Staaten (für Europäer ist das Verfahren etwas einfacher). Ich beziehe mich in den Angaben auf die Erfahrungen der DIW-Akademie, andere Anbieter können abweichende Zeiten und Inhalte aufweisen.

Kenntnisprüfung mit Vorbereitungslehrgang

Der Gesetzgeber geht davon aus, dass eine Person, die einen Prüfungsantrag stellt, bereits im Heimatland in allen geforderten Kompetenzen ausgebildet wurde und sich nur noch an Prüfungssettings und deutsche Standards gewöhnen muss. In der Musik würde man von den Proben unmittelbar vor einem Konzert sprechen: das Programm ist bekannt, das Genre vertraut und sein Instrument beherrscht man ohnehin. Es fehlt nur das Zusammenspiel mit den anderen Musikerinnen und Musikern im Orchester.

Der Vorbereitungslehrgang ist optional und muss nicht absolviert werden. Daher ist er auch nicht gesetzlich geregelt und es gibt keine behördliche Aufsicht, Qualitätskontrollen oder Anforderungen an das Lehrpersonal. Dementsprechend gibt es auf dem aktuellen Bildungsmarkt viele unterschiedliche Modelle mit ebenso unterschiedlichen Inhalten oder Stundenumfang. Gemischte Kurse mit Pflegenden oder anderen Gesundheitsfachberufen im Umfang von 3 Wochen findet man ebenso wie Online-Kurse im Umfang von 100 oder 300 Stunden. Meist dauert der Lehrgang 12-20 Wochen und besteht aus einer Mischung zwischen Theorie und Praxis. 

Pro Fachgebiet ist von 160 Stunden Praxis auszugehen, damit überhaupt die Prüfungsvorbereitung erfolgen kann.

Die Qualitätssicherung ist die Kenntnisprüfung mit extrem hohen Auflagen. Es gibt zwei Prüfungen: eine mündliche und eine praktische. 

In der praktischen Prüfung sind die Aufgaben relativ eng vorgegeben und der Praxisalltag legt früh fest, was in der Prüfung "dran kommt". Die Prüfung umfasst max. 4 Aufgaben, jeweils mit einer Dauer von max. 120 Minuten. 

In der mündlichen Prüfung, die zwischen 45 und 60 Minuten dauert, kann ALLES aus dem Beruf gefragt werden, unabhängig davon, ob ein Vorbereitungslehrgang absolviert wurde oder es dort Thema war.

Die Planungen der Prüfungen unterliegen jeder Menge behördlicher Auflagen und Fristen: für die praktische Prüfung müssen in JEDEM Fachgebiet 2 Praxisanleitende gemeldet werden und 2 schulische Fachprüferinnen bzw. Fachprüfer. Die mündliche Prüfung wird von 2 schulischen Fachprüferinnen bzw. Fachprüfern abgenommen, die natürlich auch eine Stellvertretung brauchen. Der Prüfungsort und das Datum der praktischen und mündlichen Prüfungen sind, je nach Behörde, unterschiedlich. Der Dokumentationsaufwand ist hoch und die Antragsfristen betragen zwischen 8 und 12 Wochen. 

Die Belastungen für die Praxis bzw. die praxisanleitenden Personen sind hoch. Es müssen zwar keine Anleitungsstunden nachgewiesen werden, aber sie finden trotzdem statt, da sonst keine Einarbeitung zur Prüfung möglich wäre. Hinzu kommt, das Praxisanleitende als Fachprüferinnen und Fachprüfer an den praktischen Prüfungen teilnehmen und die Prüfungsorganisation vor Ort sicherstellen müssen.

Die Belastungen für die Antragsstellenden sind ebenfalls hoch: in kürzester Zeit müssen die Inhalte "quick & dirty" verarbeitet und gelernt werden. Auch der Prüfungsdruck darf nicht unterschätzt werden. Dafür kann es eine Erleichterung sein, dass zumindest der praktische Prüfungsteil in der gewohnten Arbeitsumgebung absolviert werden kann. Es werden gute Deutschkenntnisse bereits zum Lehrgangsbeginn vorausgesetzt. Der Lehrgang ist standardisiert und man muss alle Inhalte "mitnehmen", egal, ob sie benötigt oder geprüft werden. 

Infografik zur Kenntnisprüfung mit Vorbereitungslehrgang für MTR aus Nicht-EU-Staaten: Zielgruppe MTR mit ausländischem Abschluss. Optionaler Vorbereitungslehrgang über 12–20 Wochen mit Theorie und Praxis. Praktika je 160 Stunden in Radiologie, Strahlentherapie und Nuklearmedizin, insgesamt 480 Stunden. Inhalte: Radiologie, Strahlentherapie, Nuklearmedizin, Dosimetrie und Strahlenschutz. Prüfungsablauf mit praktischer Prüfung von 240–480 Minuten und mündlicher Prüfung von 45–60 Minuten vor 5–9 Prüferinnen und Prüfern. Gesamtdauer des Verfahrens 3–9 Monate, abhängig von Wartezeiten und Fristen. Erstellt mit KI.

Anpassungslehrgang

Bei einem Anpassungslehrgang geht der Gesetzgeber davon aus, dass bestimmte Inhalte, die in Deutschland zur Berufsausübung benötigt werden, nicht im Heimatland ausgebildet wurden. Es existieren Defizite, die nachgeholt werden müssen. Um bei dem Beispiel der Musik zu bleiben: das Instrument wird beherrscht, aber das Genre ist völliges Neuland. So, als sollte ein klassischer Musiker oder Musikerin, ausschließlich mit Erfahrungen im Solospiel, jetzt Jazz in einer Big-Band spielen - weder das Genre ist bekannt, noch hat man jemals in einem Orchester gespielt. Oder ein Journalist aus dem Politikressort soll jetzt einen Liebesroman schreiben.

Um das zu bewältigen benötigt es Unterricht und Übungen. Dafür gibt es gesetzliche Vorgaben, die wie bei der Erstausbildung zwingend einzuhalten sind, z.B. in Umfang und Inhalt. Und auch die Bildungsanbieter haben strenge Auflagen zu erfüllen, insbesondere in Sachen Curriculum und Lehrendenqualifikation. Eine Einrichtung, die Anpassungslehrgänge anbietet, muss entsprechend staatlich anerkannt sein.

In der Regel findet vor Lehrgangsbeginn eine Kompetenzeinstufung in Form eines Online-Interviews statt. Hier entscheidet sich, wieviele Stunden notwendig sind, um die bestehenden Defizite aufzufangen. Das Ergebnis liegt meist im Rahmen zwischen 320 und 500 Stunden Theorie und in der Regel 160 Stunden Praxis pro Fachgebiet. Da die Unterrichte über einen längeren Zeitraum verteilt sind als in einem Vorbereitungskurs, haben die Teilnehmenden mehr Zeit Inhalte aufzuarbeiten und sich sprachlich zu verbessern. Dafür können sie jederzeit in den Lehrgang einsteigen.

Am Ende des Lehrgangs gibt es eine mündliche Abschlussprüfung im Umfang von 45 - 60 Minuten. In der Prüfung dürfen nur Inhalte aus dem Lehrgang erfragt werden. Die Prüfung wird von zwei Fachprüferinnen bzw. Fachprüfern abgenommen, i.d.R Dozentinnen oder Dozenten des Lehrgangs.

Die Prüfungsplanung ist überschaubar, da die genehmigte Einrichtung die Prüfungen selbstständig planen und abnehmen kann, also keine Organisation in der Praxis erfolgen muss. Damit sind auch die Belastungen der praxisanleitenden Personen geringer. Es müssen zwar Anleitungsstunden im Umfang von 15% der Einsatzzeit nachgewiesen werden, es werden aber keine Prüfungen in der Praxis vor Ort durchgeführt.

Die Belastungen für die Antragsstellenden werden unterschiedlich beschrieben. Man hat zwar mehr Zeit zum Erlernen der Fachsprache, dafür dauert aber auch die Qualifikation und damit der Weg bis zum vollen Gehalt länger. Am Ende steht nur eine mündliche Prüfung, diese ist dafür nicht in gewohnter Umgebung. Man muss nur die Unterrichte besuchen, in denen Defizite festgestellt wurden. 

Infografik zum Anpassungslehrgang für MTR mit ausländischem Abschluss aus Nicht-EU-Staaten: Zielgruppe MTR mit Anerkennungsdefiziten. Anpassungslehrgang mit 320–500 Stunden Theorie. Praktika je nach behördlichem Bescheid, in der Regel etwa 160 Stunden pro Fachgebiet in Radiologie, Strahlentherapie und Nuklearmedizin. Abschluss mit mündlicher Prüfung von 45–60 Minuten. Gesamtdauer des Verfahrens etwa 12 Monate. Erstellt mit KI.

Geschäftsinteressen

Wie eingangs erwähnt hängt die Entscheidung auch von geschäftlichen Interessen im Arbeitsmarkt ab. Arbeitgeber wollen schnell und möglichst kostenneutral neue Mitarbeitende. Die Antragsstellenden möchten schnell die Anerkennung, um das volle Gehalt zu erhalten, die Recruiter möchten schnell ihre Kunden zufriedenstellen und die Bildungsanbieter wollen volle Kurse. 

Es gibt verschieden Modelle auf dem Markt, die jeder und jede individuell für sich prüfen sollte. Manche Anbieter haben Standardkurse zur Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung, die von der Agentur für Arbeit finanziert werden, die Prüfungsgebühren sind aber nicht inhärent. Das ist besonders dann interessant, wenn man Zugang zu einer MTR-Schule hat und diese dann die Prüfungen übernehmen kann. Andere haben ein "Gesamtpaket", welches dafür in der Regle teurer ist. Je nach prozentualem Anteil der Kostenübernahme durch die Agentur für Arbeit, kann das Gesamtbild hierdurch beeinflusst werden. Gleiches gilt für die Anpassungslehrgänge. 

Fazit

Ja, der Anpassungslehrgang dauert in der Regel länger als die Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung. Dafür ist das Prüfungsverfahren weniger aufwendig (insbesondere für die Praxis) und es werden die tatsächlich bestehenden Defizite geschult. Die Teilnehmenden haben im Anpassungslehrgang nur eine mündliche Prüfung zu absolvieren, bei der Kenntnisprüfung sind es eine mündliche und eine praktische Prüfung, meist an 2-4 unterschiedlichen Orten / Einrichtungen. 

Kostentechnisch kommt es sehr auf den Anbieter an: hier sollte unbedingt individuell nachgefragt werden.

Neben den benannten Faktoren kommt es auch darauf an, welche Behörde für das Verfahren zuständig ist - in jedem Bundesland hat das "Schweinderl", welches durchs Dorf getrieben wird, eine andere Farbe.

Infografik zu Einflussfaktoren bei der Entscheidung zwischen Anpassungslehrgang und Kenntnisprüfung: zuständige Behörde, Kosten, Dauer, Service, Qualität und Unabhängigkeit als zentrale Kriterien. Erstellt mit KI.

Was macht eigentlich ... die DIW-Akademie?

21. Januar 2026, Tina Hartmann

Fotocollage mit Mitarbeitenden, Teilnehmenden und Partnern der DIW-Akademie aus dem Jahr 2025, aufgenommen bei Seminaren, Abschlussgesprächen und gemeinsamen Projekten.

In den vergangenen Monaten war es hier auf unserer Website etwas ruhiger. Das heißt jedoch nicht, dass weniger passiert ist. Im Gegenteil: 2025 war ein intensives, bewegtes und sehr erfolgreiches Jahr für die DIW-Akademie.

Das Jahr war geprägt von Anpassungslehrgängen, Seminaren, Abschlussgesprächen und dazwischen Reisen in den Nahen Osten, zur Akkreditierung von Studiengängen in der Radiologietechnologie und noch einigen anderen Projekten.

Ich habe Vertrauen erfahren, Dankbarkeit, Wertschätzung - all´die Dinge, die mich jeden Tag mit Freude erfüllen und weitermachen lassen. Ich bin so vielen Menschen dankbar, dass sie mit mir arbeiten und zum Erfolg der DIW-Akademie beitragen, stellvertretend Jenny Kloska, Giuseppe Spera, Dr. Martina Kahl-Scholz, Ana Gomez und noch viele, viele andere. Nicht zu vergessen: FRAU PUTZ, die gute Seele, die alles zusammenhält. Alle zu nennen würde den Beitrag leider sprengen, ihr seid alle gemeint!

Mein ganz besonderer Dank gilt unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern, Absolventinnen und Absolventen, Arbeitgebern und Behördenvertretern, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben. 68 internationale MTR haben bei uns 2025 ihren Abschluss gemacht, 17 Seminare wurden gebucht, über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer befinden sich aktuell in unseren Kursen. Für eine so kleine Akademie finde ich das bemerkenswert und es erfüllt mich mit Stolz.

In 2026 geht es natürlich weiter - bleibt gespannt! Spoiler: Vorbereitungskurse auf Kenntnisprüfungen, Kenntnisprüfungen selbst (es liegen schon aus einigen Bundesländern die Genehmigungen vor) und natürlich wieder spannende Seminare, neben den bestehenden Anpassungslehrgängen.

Gemeinsam sind wir stärker

1. März 2025, Tina Hartmann

Tina Hartmann und Ana Gomez lächeln gemeinsam in die Kamera. Ana Gomez hält den Kooperationsvertrag zwischen der DIW-MTA Akademie und MyGermany in die Kamera.

Seit März 2025 kooperieren wir mit MyGermanWay auch in Sachen Kenntnisprüfungen. Damit können wir nicht nur Anpassungslehrgänge, sondern auch Vorbereitungslehrgänge auf Kenntnisprüfungen anbieten und so die Integration internationaler MTR unterstützen.

Mit der Bündelung unserer Aktivitäten können wir den besten, individuellen Weg finden.

AZAV-Zertifizierung für Anpassungslehrgang MTR

6. Februar 2025, Tina Hartmann

Siegel AZAV Maßnahmenzulassung

Nach vielen Wochen der Vorbereitung und Arbeit dürfen wir ab heute offiziell das Zertifizierungslogo für unseren Anpassungslehrgang MTR tragen.

Damit kann für unseren  berufsbegleitenden Lehrgang, modular, in Teilzeit Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes beantragt werden. Damit beginnen für uns neue Herausforderungen, die wir sicher auch erfolgreich meistern werden.

Mein Dank geht an alle, die diesen Prozess mit getragen und unterstützt haben.

Viel Erfolg im wunderbaren MTR-Beruf

18. Dezember 2024, Tina Hartmann

Gestern, dem 17. Dezember 2024, war es wieder so weit: Fünf Kollegen*innen konnten erfolgreich ihren Anpassungslehrgang als MTR abschließen und damit die Berufserlaubnis beantragen. Frau Mukire (vgl. Foto) aus Berlin steht hier stellvertretend für alle Kolleginnen und Kollegen, die diesen Weg in diesem Jahr gemeinsam mit uns gegangen sind.

Wir gratulieren zu diesem Erfolg, der nicht hoch genug einzuschätzen ist. Viele Monate des Wartens, Hoffen, Lernens und sehr großer Anstrengungen liegen hinter den Teilnehmenden. Jetzt ist dieser wichtige Schritt für eine erfolgreichen Berufsausübung und damit das Leben in Deutschland getan. Wir wünschen von Herzen alles Gute.

Seit September diesen Jahres haben wir an der DIW-Akademie bereits 28 Abschlussgespräche führen können. Auch Dank der Kooperation mit den Märkischen Kliniken in Lüdenscheid können wir allen Teilnehmenden den Abschluss der Anpassungsqualifikation garantieren und damit unseren Beitrag gegen den Fachkräftemangel leisten.

Mein besonderer Dank gilt allen Dozierenden, die unsere Mission unterstützen sowie allen Beteiligten, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben - von Behörden über Arbeitgeber bis hin zu den Teilnehmenden.

Darüber hinaus möchte ich die Gelegenheit nutzen und mich bei meinen Prüferinnen, Frau Dr. Kahl-Scholz und Jenny Kloska bedanken, die zuverlässig und hochprofessionell die Abschlussgespräche mit mir durchführen.

"Last but not least": Ohne die unermüdliche Arbeit von Frau Putz, die meist im Hintergrund arbeitet, wäre die DIW-Akademie nach nur 6 Monaten des Bestehens nicht dort, wo sie jetzt ist. Auch dafür mein tiefer Dank.

Allen ein wunderbares Weihnachtsfest, besinnliche Tage, einen guten Rutsch und viel Erfolg wünscht

Ihre
Tina Hartmann